Architecture Activism


Architektonischer Beitrag
Architektur verstehen wir als gemeinschaftlichen Prozess der Gestaltung unserer Umwelt hin zum Besseren. In Projekten arbeiten wir zusammen mit unterschiedlichen Partner:innen an einer gemeinsamen Fragestellung. Wir bevorzugen die Zusammenarbeit in Arbeitsgemeinschaften, einen frühen Einbezug der Fachplanung und teilhabende Auftraggebende zur partizipativen Planung. Durch das Zusammenspiel verschiedener Sichtweisen entsteht in unseren Augen Innovation.

Die projektspezifische Zusammensetzung der am Prozess Beteiligten führt zu einer grossen Spannweite an möglichen Ergebnissen. Die entstehenden Projekte sind gestalterisch nicht kontrollierbar - sollen das aber auch nicht sein. Wir verstehen unser Büro denn auch als eine Plattform, bei der alle Beteiligten ihre Interessen und Erfahrungen einbringen können und sollen. Dementsprechend leben wir auch eine bewusst flache, gleichberechtigte Bürokultur und pflegen keine ästhetische Bürosprache. Uns interessiert Empowerment mehr als Autorenarchitektur.  Architekt:innen sind in diesem teilhabenden Prozess Experten des Raums.

Prozess statt Produkt
Bauen meint ganz basal physisch die Welt und damit Raum zu verändern. Das bedeutet umgekehrt, dass immer schon etwas vorhanden ist – auch wenn noch nichts gebaut ist. Stadt, Haus, Dinge, Menschen und Lebewesen sind in einer Interaktion und formen einen situativen und sich stetig verändernden Raum. Unsere Architektur ist Teil des Schauspiels, welches sie beeinflusst, aus dem sie selbst geformt wird und durch die Beziehung zu desselben auch weiterentwickelt wird. Ein Raum ist auch nie fertig. Das Gebaute wird angeeignet, interpretiert, weitergedacht und verändert. Wir arbeiten als Architekt:innen an Biografien von Häusern, Städten und Landschaften. Im Idealfall erstellen wir ein Gerüst fürs Leben. Am Anfang eines jeden Projektes steht für uns daher die Frage: Was kann der architektonische Beitrag in diesem Prozess sein?

Als Büro interessiert uns die Performance von Raum. Das ist für uns mehr als die möglichst effiziente Funktionserfüllung. Viel mehr steht für uns die Frage im Zentrum, was ein Haus über die intendierte Funktion hinaus zu leisten vermag? Wie kann Architektur einen Mehrwert für die Gesellschaft bieten, soziale Regeln des Zusammenlebens hinterfragen, Ordnung oder Unordnung schaffen, Gefühle wie Glück, Trauer, Verständnis, Gelassenheit, Entspannung, Erhabenheit, Erholung erzeugen, einen Zusammenhang neu lesbar machen, bestehende Qualitäten verdeutlichen, uns überraschen oder einen Beitrag für die Disziplin leisten? Was kann also der architektonische Beitrag bei einem Projekt sein?